Abrisswelle in Bochum und Essen - Teil II.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 27. November 2009 um 16:49 Uhr Geschrieben von: Blomquist Freitag, den 01. August 2008 um 20:20 Uhr

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Schon wieder werden zwei architektonisch interessante Gebäude in Bochum vernichtet. Neben der zumindest umstrittenen Entkernung des -unter Denkmalschutz stehenden- Rundbunkers in der Universitätsstraße, wird augenblicklich der ehemalige Wasserturm des Bochumer Vereins /ThyssenKrupp (1924) an der Essener Straße "entsorgt". Beide Bauwerke haben sowohl einen historischen, als auch einen architektonischen Wert, und hätten sicherlich ein anderes Schicksal verdient.

In kurzer zeitlicher Folge wurden außerdem weitere absolut erhaltenswerte Gebäude der Region zerstört. Nach dem umstrittenen Abriss des Essener Karstadtgebäudes (Wilhelm Kreis, 1911/1912) zugunsten eines architektonisch eher belanglosen Einkaufszentrums, hat es drei weitere bemerkenswerte Bauten erwischt. In Essen wurde im Juni das nahe der Innenstadt stehende Speditionsgebäude der Firma van Eupen (1909) nach jahrelangem Leerstand entsorgt. Neuer Nutzer des Areals soll eine Supermarktkette sein. Schwerwiegender sind die Verluste in Bochum. Fast gleichzeitig (Ende Juli) wurden die letzte historische Halle der Rombacher Hütte / Westfälische Stahlindustrie (vermutlich vor 1900) an der Kohlenstraße und der letzte verbliebene Teil des Ringlockschuppens am Konrad-Adenauer-Platz / Viktoriastr. dem Erdboden gleichgemacht. Gerade letzteres markiert wieder eine der vielen vergebenen Chancen der Bochumer Stadtplanung. Das Gebäude (ca. 1890) bildete einen der wenigen Reste des alten Bochumer Hauptbahnhofes und befand sich in einem guten baulichen Zustand. Statt einer neuen gastronomischen oder kulturellen Nutzung am vielbesuchten Bermudadreieck zugeführt zu werden, wird das Gelände zukünftig als Parkplatz eines Discountsupermarktes genutzt werden.